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Heutiges Datum: 25.07 2014

Berühmte Imker

Königinnenzucht

Genauer müßte ich sagen "Königinnennachzucht" weil die hier beschriebene Methode mittels Schnellentweiselung natürlich nichts mit Reinzucht und den damit verbundenen Ausleseverfahren zu tun hat.
Es geht also darum Königinnen zu bekommen um alte zu ersetzen oder den Völkerbestand zu erhöhen.

Die Nachzucht mittels Schnellentweiselung.

Ich möchte hier auf den Zuchtkalender von frankenhonig.de hinweisen der die Berechnung der zeitlichen Abläufe der Nachzucht sehr einfach macht!

Zunächst müssen wir ein Volk dazu bringen Königinnen aufzuziehen.
Das würde ein weiselrichtiges Volk nur tun wenn es in Schwarmstimmung ist.

1. Entweiseln
Da wir den Schwarmtrieb aber nicht künstlich erzeugen können, nehmen wir einem Volk die Königin weg und sorgen dafür daß in der Mitte der Zarge eine Lücke von einer Rähmchenbreite bleibt.
mit der entnommenen Königin können wir z.B.einen Ableger bilden.

2. Umlarven
Jetzt müssen künstliche Weiselnäpfchen mit jüngsten gerade geschlüpften Larven bestückt werden. Ich verwende hierzu das Nicot-System es gibt aber natürlich noch zahlreiche andere Systeme.
Diese Larven nennt man auch "Zuchtsstoff". Zuchtstoff erhält man entweder auf Belegstellen oder man holt sich die Larven vom besten Volk das man hat.
Mit einer sog. Umlarvnadel werden die ca 1mm großen Larven aus ihren Waben vom Rücken her herausgehoben und in die künstlichen Näpfchen umgesetzt.
Ein Vorgang der gute Augen und ausgeprägte Feinmotorik voraussetzt!

3. Zuchtstoff geben
2-3h nach der Entweiselung des Pflegevolkes hat dann auch die letzte Biene begriffen daß die Königin verschwunden ist und das ganze Volk gerät etwas in Panik - die sog. "Weiselunruhe".
In diese Unruhe hinein wird jetzt der Zuchtrahmen mit dem umgelarvten Zuchtstoff gesetzt.
Froh darüber fertige Königinnenzellen zu bekommen beginnen die Bienen damit die Königinnen zu pflegen.

4. Käfigen
5 Tage später sind die Königinnen-Zellen verdeckelt und man muß einen Käfig darüberstülpen.
Das ist notwendig weil die erste Königin die schlüpft sofort alle ihre Rivalinnen abstechen würde.
In den Käfig selbst muß man etwas Honig geben weil die Königin nach dem Schlupf fressen muß.

5. Schlupf
12 Tage nach dem Umweiseln schüpfen die Königinnen. Ein Vorgang den man kontrollieren sollte weil manche Königinnen nach dem Schlupf wieder kopfüber in ihre Weiselzelle krabbeln unm dort der Rest Gelee royal zu fressen der sich noch darin befindet. Dabei bleibt die Königin stecken und droht zu ersticken.
Nach dem Schlupf also die leeren Zellen entfernen.
6. Bilden von Begattungsvölkchen
Die frisch geschlüpften Königinnen müssen, bevor sie mit der Eiablage beginnen können, logischerweise begattet werden.
Wenn man schon Edellarven als Zuchtstoff benutzt hat bringt man die Königinnen typischerweise auf eine sog "Belegstelle". Ein Areal wo sich besoners rein gezüchtete Drohnenvölker befinden die dann die Königinnen begatten.
Die Königinnen werden in extra für sie gebildeten Mini-Völkchen zu so einer Belegstelle gebracht. In diesen Völkchen darf natürlich kein Drohn sein weil die Königin ja von den reinrassigen Drohnen begattet werden soll.
Um ausschließlich Arbeiterinnen zu erhalten müssen die Bienen aus denen man die Mini-Völkchen macht gesiebt werden.
Man kann dazu einen sog "Marburger Feglingskasten" verwenden. Dieser besitzt seitlich eine Klappe und ein Absperrgitter durch das nur Arbeiterinnen durchpassen.Bild vergrößern
Bild vergrößernDieser Kasten wird zunächst verschlossen damit ein dunkler Innenraum entsteht.
Bienen streben gern der Dunkelheit zu wenn sie aufgeregt oder in Panik sind!
Jetzt beginnt man aus verschiedenen Völkern Bienen (bevorzugt von Brutwaben) abzufegen.Bild vergrößern
Bild vergrößernDie Bienen fangen an durch das Absperrgitter in den Kasten hinein zu laufen. Die Drohen und evtl auch eine Königin müssen draußen bleiben.
Ab und zu kann man die Bienen mittels Sprühflasche mit Wasser einnebeln, so kommen sie weniger in Versuchung wegzufliegen.
Sind genug Bienen im Kasten (die Menge hängt natürlich von der Anzahl der zu bildenden Völkchen ab), nimmt man die vorbereiteten Begattungskästchen, hier ein Apidea-Kästchen ...Bild vergrößern
Bild vergrößern... und öffnet den Boden. Gut sind hier die orangefarbenen Rähmchen zu sehen die mit einen schmalen Wachsstreifen bestückt wurden um die Bienen zum Bauen zu animieren.
Die Bienen im Kasten werden nochmal nass gemacht und durch hartes Aufsetzen des Kasten zusammengestaucht.
Jetzt kann man mittels einer großen Schöpfkelle die Bienen entnehmen...
Bild vergrößern
Bild vergrößern... und das Begattungskästchen damit befüllen. Fertig ist das Mini-Volk ... aber die Königin fehlt ja noch!
Das Kästchen wird, diesmal von oben, geöffnet.Bild vergrößern
Bild vergrößernUnter dem Deckel befindet sich eine Klarsichtscheibe so daß die Bienen nicht abhauen könenn.
Durch eine Klappe abgedeckt gibt es eine fingerdicke kreisrunde Öffnung in dieser Abdeckung.
Man nimmt den Käfig mit der kürzlich geschlüpften Königin...Bild vergrößern
Bild vergrößern... und lässt Sie in das Volk einlaufen indem man die Käfigöffnung genau über die Öffnung in der Klarsichtabdeckung setzt.
Fertig ist das Begattungsvölkchen.

Im Hintergrund kann man das Zuchträhmchen sehen an dem noch die restlichen Käfige mit den geschlüpften Königinnen hängen.


Die so vorbereiteten Völkchen weren jetzt für 2-3 Nächte in einen dunklen kühlen Keller gestellt. So können sie sich an die neue Situation gewöhnen, lernen ihre neue Königin kennen und fangen schon mal an Waben zu bauen.

Nach dieser Kellerhaft werden die Völkchen zur Belegstelle gebracht.
Dort aufgestellt werden alle Fluglöcher geöffnet und die Königinen können zur Begattung ausfliegen.

Nach 10 Tagen werden die Völkchen kontrolliert. Sind Brutzellen vorhanden war die Begattung erfolgreich!